Tierquälerei.de

Geben Sie Tieren Ihre Stimme – melden Sie Tierquälerei!

Hintergrundinfos

Wann brauchen Tiere unsere Hilfe?

Wo beginnt Tierquälerei?

Tierquälerei ist in Deutschland per Gesetz verboten und betrifft das Quälen, Misshandeln und „unnötige“ Töten von Tieren. Darunter fällt auch die tierschutzwidrige Haltung. So werden Tiere in landwirtschaftlichen Betrieben, Zoos und Zirkussen ebenso häufig Opfer von Tierquälerei wie sogenannte Haustiere oder Wildtiere. Wichtige Merkmale der Tierquälerei sind die Rohheit und die Dauer der Tat.

Das sagt das Tierschutzgesetz

§ 17 Abs. 1 TierSchG

Es ist verboten, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten.

getötete Schweine im Schlachthaus
§ 17 Abs. 2a TierSchG

Es ist verboten, einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen.

Schweine mit Wunden und Verletzungen im Stall
§ 17 Abs. 2b TierSchG

Es ist verboten, einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen.

Kuh mit Verletzung am Euter
§ 2 Abs. 1 TierSchG

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.

abgemagerte Ziegen im Stall
§ 2 Abs. 2 TierSchG

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.

Viele Hühner mit wenig Federn und Verletzungen in einem Stall
§ 2 Abs. 3 TierSchG

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Kuehe im verdreckten Stall

Welche Strafen gibt es für Tierquälerei?

icon gitter mit schloss
Freiheitsstrafe
(bis zu drei Jahre)
icon geld
Geldstrafe
icon tierhalteverbot
Tierhalteverbot

In Deutschland wird Tierquälerei nach § 17 des Tierschutzgesetzes mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Außerdem können Gerichte ein lebenslängliches Tierhalteverbot aussprechen. Verurteilten Tierquäler:innen kann dadurch lebenslang verboten werden, Tiere zu halten, zu betreuen oder beruflich mit ihnen umzugehen. Leichtere und fahrlässige Tiermisshandlungen können mit Bußgeldern bestraft werden. Die betroffenen Tiere können vom Veterinäramt beschlagnahmt und in einem Tierheim untergebracht werden, wo ein neues Zuhause für sie gesucht wird.

Aktiv werden

Das können Sie gegen Tierquälerei tun:

icon fernglas
Tierquälerei erkennen
icon briefumschlag
Tierquälerei melden
icon licht
Nach der Meldung

Tierquälerei erkennen

Ob ein Tier Opfer von Tierquälerei wurde, erkennen Sie an seiner körperlichen Verfassung, seinem Verhalten und seiner Unterbringung. Anzeichen für Tiermisshandlungen können Verletzungen, Abmagerung und mangelnde Fellpflege sein, aber auch verängstigtes oder aggressives Verhalten oder Verwirrung. Auch wenn es keine oder nur wenig Nahrung, Wasser oder keine geeignete Unterkunft gibt, brauchen Tiere unsere Hilfe.

Tierquälerei melden

Wenn es möglich ist, suchen Sie das Gespräch mit der betreffenden Person. Sollte dies nicht sinnvoll sein, melden Sie die Tierquälerei (auch anonym) bei dem zuständigen Veterinäramt, der Polizei, einem Tierheim, dem örtlichen Tierschutzverein oder PETA Deutschland. Wenn sich das Tier in Lebensgefahr befindet oder Sie selbst Zeug:in einer akuten Tiermisshandlung werden, rufen Sie bitte sofort die Polizei und erstatten Sie Anzeige gegen die verantwortliche Person. Halten Sie die Tierquälerei auf Foto oder Video fest und notieren Sie sich Ort, Datum und Zeit des Vorfalls. Lassen Sie bei der Meldung keine wichtigen Fakten weg – erfinden Sie aber auch nichts dazu.

Nach der Meldung

Die Zusammenarbeit mit Behörden kann manchmal leider zäh und wenig ermutigend sein. Außerdem können die Veterinärämter Ihnen auch nicht immer Auskünfte über das aktuelle Vorgehen geben. Damit der Fall jedoch nicht in Vergessenheit gerät und den betroffenen Tieren geholfen wird, können Sie nach der Meldung des Missstandes wie folgt vorgehen:

Aktuelle Fälle

Diese Fälle wurden bereits aufgedeckt

Erfolge

Diese Tiere wurden durch Ihre Hilfe gerettet

Durch die Meldung zahlreicher Bürger:innen und Insider:innen der Tiernutzungsindustrie konnten wir von PETA Deutschland bereits die Lebensqualität vieler Tiere verbessern und den Tod tausender Tiere verhindern. Nur mit Ihrer Hilfe können wir die Missstände veröffentlichen und Tierquälerei konsequent vor Gericht bringen. Diesen Tieren konnten wir so bereits helfen:

Erfolge

Dorsten: Pony mit „Schnabelhufen“ geholfen

Eine aufmerksame Augenzeugin meldete PETA ein vernachlässigtes Pony auf einer Weide in Dorsten, dessen Hufe aufgrund fehlender Hufpflege zu sogenannten Schnabelhufen herangewachsen waren. Durch die überlangen Hufe konnte das Tier kaum laufen und litt vermutlich unter Schmerzen. PETA wandte sich daraufhin an das zuständige Veterinäramt und nur wenige Tage nach der Meldung wurden die Hufe versorgt und bearbeitet. PETA setzt sich nun bei der Behörde dafür ein, dass die tierhaltende Person für die massive Vernachlässigung des Ponys bestraft wird.

137 verwahrloste Kaninchen gerettet – Halter:innen erhalten Tierhalteverbot

Im März erreichte PETA eine Whistleblower-Meldung, der zufolge 137 Kaninchen im Raum Kusel in Rheinland-Pfalz unter schlimmsten Bedingungen leben. Ein Team von der VOX-Sendung hundkatzemaus ist dem Fall nachgegangen und fand die Tiere in erschreckenden Zuständen vor: Die Kaninchen wurden in gestapelte Vogel- und Hamsterkäfige, Bottiche und Transportboxen gesperrt und harrten seit Monaten in ihrem eigenen Urin und Kot aus – ein Großteil der Tiere lebte in einer dunklen Scheune ohne Tageslicht. Eins der vorgefundenen Kaninchen litt an einer schweren Augeninfektion und konnte aufgrund der Eiterbildung nicht mehr sehen. Es wies zudem etliche tiefe und mit Eiter gefüllte Bisswunden auf, die umgehend von einem Tierarzt versorgt werden mussten. Nach der Konfrontation mit den Halter:innen stimmten diese zu, alle Tiere abzugeben. Offenbar verdienten sie mit dem Verkauf der Tiere über Internetplattformen Geld. Aufgrund der Schwere des Falls wurde ihnen ein Tierhalteverbot auferlegt – somit werden die beiden Tiersammler:innen nie wieder Tiere halten dürfen. Mit der Unterstützung des Tierschutzvereins Kusel sowie der Tierrettung Kindsbach konnten die Kaninchen gerettet werden. Sie wurden medizinisch versorgt, kastriert und teilweise in ein neues Zuhause vermittelt. Die restlichen Tiere suchen noch ein Zuhause. Da einige Kaninchen bereits schwanger waren, stieg die Anzahl der geretteten Kaninchen auf über 200 Tiere.

Hund aus tierschutzwidriger Haltung gerettet

PETA wurde eine tierquälerische Hundehaltung gemeldet: Ein Malinois sollte seit Welpenalter in einer dunklen Scheune an einer Kette leben. Vor Ort konnten PETA-Mitarbeiter:innen die Haltung überprüfen und feststellen, dass der Hund tatsächlich tierschutzwidrig gehalten wurde – er hatte weder ausreichend Wasser noch soziale Kontakte. Das umgehend über die Haltung informierte Veterinäramt Warendorf führte noch am selben und am folgenden Tag Kontrollen durch. Der Hund wurde laut Angaben des Veterinäramtes in eine tierfreundliche Haltung gebracht, Anwohner:innen konnten das bestätigen.

Strafbefehl für Schlittenhundehalterin nach Tod von zwölf Hunden

Im August 2021 erstattete PETA Strafanzeige gegen eine Halterin von Huskys, die als Schlittenhunde missbraucht werden. Die ehemalige Amtstierärztin und Halterin steht in Verbindung mit dem einschlägig als „Schlittenhundparadies“ bekannten Ort Dobel in Baden-Württemberg. Die Staatsanwaltschaft Tübingen wirft der Frau vor, dass ihr bekannt gewesen ist, dass eine Haltung der Hunde lediglich in Transportboxen abseits von Transportfahrten nicht zulässig ist. Gleichwohl soll sie ihre 26 Huskys in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2021 in nur 18 Transportboxen in einem fast vollständig geschlossenen Transportfahrzeug in Dobel gehalten haben. Den Tieren soll es dabei nicht nur an Platz, sondern auch an Wasser und insbesondere auch an Frischluftzufuhr gemangelt haben. Hinzu kam, dass nach einem warmen Sommertag die Temperaturen selbst in der Nacht nicht unter 17 Grad Celsius absanken. Die Hunde sollen durch diese Haltung über viele Stunden erheblichen Leiden ausgesetzt gewesen sein, was die Halterin zumindest billigend in Kauf genommen haben soll. Zwölf der im Fahrzeug über Nacht gehaltenen Hunde verstarben. Zwei weitere Hunde mussten in einer Tierklinik behandelt werden. Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund der durchgeführten Ermittlungen davon aus, dass die Hunde an Ersticken und Überhitzung verstarben. Die Beschuldigte fiel dadurch auf, dass sie mit erheblicher krimineller Energie Verdunkelung betrieben hatte, indem sie mehrere Tiere verscharrte; die Tiere wurden nach aufwändigen Ermittlungen und unter Zuarbeit eines Whistleblowers, der sich PETA offenbart hatte, gefunden, exhumiert und mehrfach gutachterlich untersucht. Die Höhe des Strafbefehls: 150 Tagessätze, was Vorstrafe bedeutet. (Az.: 15 Js 18982/21 Staatsanwaltschaft Tübingen)

Schafhalter zu Geldstrafe verurteilt

Im Juni 2021 erstattete PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Landau gegen einen Ziegen- und Schafhalter wegen tierquälerischer Haltung der Tiere. Entsprechendes Videomaterial lag PETA vor. Die Staatsanwaltschaft Landau teilte im Mai 2022 mit, dass gegen den Tierhalter aufgrund der Strafanzeige ein Strafbefehl über eine Geldstrafe durch das Amtsgericht Kandel ergangen sei, der rechtskräftig geworden ist. Er ist zu 120 Tagessätzen à 50 Euro verurteilt worden, gilt also jetzt als offiziell vorbestraft. Zusätzlich würde ihm ein zweijähriges Tierhalte- und Tierbetreuungsverbot ausgesprochen. Die Schafe wurden gerettet und in eine andere Haltungseinrichtung überführt, keines der Tiere wurde geschlachtet (Az.: 7130 Js 7871/21 – 7343 VRs Amtsgericht Kandel/Staatsanwaltschaft Landau).

Jäger erschießt geschützten Biber – Gericht verhängt Geldbuße

Im April 2020 erstattete PETA gegen einen Jäger Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Halle, weil er einen Biber erschossen hatte. Angeblich hätte er den streng geschützten Biber mit einer Nutria verwechselt. Im April 2022 teilte die Staatsanwaltschaft Halle mit, dass gegen den Jäger ein Strafbefehl beantragt worden war: Das Amtsgericht Halle stellte jedoch das Verfahren unter der Bedingung ein, dass der Jäger eine Geldbuße von 2.000 Euro an einen örtlichen Naturschutzverband zahlt. Seine Rechtsverteidigung musste der Jäger selbst bezahlen. (Az.: 302 Cs 976 Js 12953/20 AG Halle (Saale)

Verendete Schweine in Garrel werden strafrechtlich geahndet

Im September 2021 erstattete PETA bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg Strafanzeige gegen einen Landwirt. In seinen Ställen waren 850 skelettierte Schweinekadaver aufgefunden worden, die er nicht ordnungsgemäß entsorgte. Die Schweine lagen dort seit 2013 bzw. 2015. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat einen Strafbefehl gegen den Landwirt beim Amtsgericht Cloppenburg beantragt wegen Verstoßes gegen das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz. (Az.: NZS 1102 Js 57842/21 Staatsanwaltschaft Oldenburg)

Vernachlässigte Schafe mit Klauenkrankheiten: Bußgeld nach PETA-Anzeige

Im September 2021 erstattete PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Flensburg gegen den Verantwortlichen einer Schafhaltung in St. Peter-Ording. Aufmerksame Passant:innen hatten viele lahmende und humpelnde Schafe gesehen und gefilmt. Der Verdacht auf die besonders schmerzhafte „Moderhinke“, eine Klauenkrankheit, lag nahe. Die Staatsanwaltschaft Flensburg stellte das Strafverfahren selbst zwar ein, gab den Vorgang aber an den Kreis Nordfriesland zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten weiter. Der Landkreis bestätigte im Mai 2022, dass gegen den Verantwortlichen ein Bußgeldbescheid erlassen wurde. (Az.: 115 Js 28646/21)

Vernachlässigten Eseln wird geholfen

Whistleblower:innen meldeten PETA zwei vernachlässigte Esel im Landkreis Kassel. Bilder zeigten, dass ihre Hufe so lang waren, dass sie kaum noch gehen konnten. Nach einer Anzeige beim Veterinäramt teilte die Behörde mit, dass im Zuge einer umgehenden Kontrolle eine Ordnungsverfügung erteilt und eine Hufpflege durchgeführt wurde. Zudem soll es engmaschige Kontrollen geben.

Tierquälerische Kuh-Haltung auf einem Biohof bei Ebersberg – rechtskräftiger Strafbefehl erlassen

Im Juni 2021 erstattete PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München II gegen den Verantwortlichen eines Biohofes in Weiterskirchen. Whistleblower:innen übermittelten PETA eine ausführliche Schilderung mit Fotos einer festliegenden Kuh mit Kalb, die längere Zeit nicht versorgt wurden und die bereits von Krähen attackiert worden waren. Der Landwirt wurde 2022 rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt (Az.: 13 VRs 30099/21).

160 Rinder verdurstet und verhungert – Landwirt zu Freiheitsstrafe verurteilt

Im Mai 2021 erstattete PETA Strafanzeige gegen einen Landwirt aus Neusitz, der 160 Tiere in seinem Rindermastbetrieb verhungern und verdursten ließ. Das Leiden der Tiere zog sich über Monate, die Tiere waren bereits skelettiert, als die Polizei den Betrieb auf einen anonymen Hinweis hin kontrollierte. Einige überlebende Rinder waren so geschwächt, dass sie nach Auffinden eingeschläfert werden mussten. Der Landwirt versuchte, Fraßspuren an den Wänden, die die verzweifelten Tiere anbissen, mit der Anbringung von Blechen etc. zu vertuschen. Während die Staatsanwaltschaft Ansbach eine hohe Freiheitsstrafe ohne Bewährung beantragte, verurteilte das Amtsgericht Ansbach den wegen wiederholter Gewässerverschmutzung durch seine Biogasanlage bereits vorbestraften Landwirt unter Einbeziehung seiner verminderten Schuldfähigkeit zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren – ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung – und der Zahlung einer Geldbuße von 3000 Euro an eine gemeinnützige Organisation (Az.: 3 Ds 1084 Js 4506/21).

Hai aus Aquarium in türkischem Nachtclub gerettet

PETA wurden im Herbst Fotos und Videos aus dem Club „Summer Garden Antalya“ zugespielt, die das Leid eines Haifisches in Einzelhaltung in einem winzigen Aquarium in dem Club zeigten. Den lauten Bässen und dem blinkenden Licht ausgesetzt, lebte der Fisch schon seit zehn Jahren in dem Aquarium des Clubs. PETA appellierte in einem Schreiben an die Clubbesitzer, diese grausame Gefangenhaltung des Tieres zu beenden. Über 2.000 Menschen unterstützten diese Forderung – auch die türkische Organisation „Freedom for Dolphins Platform“ unterstützte die Kampagne. Zudem haben zahlreiche Menschen in der Türkei den Club kontaktiert und die Freilassung gefordert. Ende Dezember führte die gemeinsame Kampagne zu einer behördlichen Kontrolle, bei der festgestellt wurde, dass die Haltung nicht artgerecht ist. Dem Club wurde eine Strafe auferlegt. Zwei Monate später gab der Club bekannt, keine Haie mehr für Unterhaltungszwecke einzusperren. Der Hai wurde zu einem anderen, größeren Aquarium transportiert, wo er sich an die neue Umgebung gewöhnen soll und mit fünf Artgenossen zusammenlebt. Haiexpert:innen sollen im weiteren Verlauf einschätzen, ob ein Weitertransport in die Heimat des Tieres in Südasien möglich ist.

Halter wirft Hund in Fluss und filmt verzweifeltes Tier – Täter erhält Tierhalteverbot

Mitte Januar wurden PETA über das Whistleblower-Formular Videos zugespielt, auf denen eine Person zu erkennen ist, die einen Hund wiederholt an Leine und Halsband unter anderem von einer Brücke in den Fluss Enz wirft und den Hund bei dem Versuch filmt, sich an den steilen Böschungen aus dem reißenden und eiskalten Fluss zu retten. Der Täter filmte diese grausamen Szenen anscheinend, um zu demonstrieren, was der Hund alles „kann“. PETA informierte umgehend das Kreisveterinäramt Calw und die örtliche Polizeibehörde Bad Wildbad und appellierte an die Behörden, den Hund schnellstmöglich zu beschlagnahmen. Glücklicherweise reagierten die Behörden sofort, so dass der Hund bereits am selben Tag gerettet werden konnte. PETA hat Strafanzeige gegen den Täter erstattet und das Veterinäramt bereits ein allgemeines Tierhalteverbot gegen den Täter ausgesprochen, das unbefristet, für alle Tierarten und in ganz Deutschland gilt.

Jägerin erschoss wehrlose Katze: Gericht verurteilt Täterin zu Geldbuße auf Bewährung

Im Januar 2021 erstattete PETA nach Eingang eines Videos Strafanzeige gegen drei Beteiligte, die an der Tötung einer Katze in einer Falle beteiligt waren. Das Video zeigt, wie eine Jägerin drei Mal auf die wehrlose Katze schoss. Im Februar 2022 wurde bekannt, dass das Amtsgericht Augsburg einen von der Staatsanwaltschaft Augsburg beantragten Strafbefehl über 50 Tagessätze auf Bewährung gegen die Jägerin erlassen hatte, während die Verfahren gegen die anderen beiden Beteiligten eingestellt wurden (Az.: 601 Js 100599/21).

Vernachlässigte Fische aus verdrecktem Aquarium gerettet

Anfang Januar erhielt PETA eine Whistleblower-Meldung, wonach in einem Pflegeheim in Mannheim Fische in einem nicht artgerechten Aquarium gehalten wurden.
Beigefügtes Bildmaterial zeigte vernachlässigte Fische in einem stark verschmutzten Aquarium, weshalb PETA das örtliche Veterinäramt informierte. Bereits vier Tage später kam die Rückmeldung, dass der zuständige Amtstierarzt veranlasst hatte, dass die Fische von einer Tierrettung abgeholt und entsprechend versorgt werden sollten.

Tierquälerische Misshandlung: Tierhalterin zu 4.000 Euro Geldstrafe verurteilt

Im April 2019 erstattete PETA nach Hinweisen von Zeug:innen Strafanzeige gegen eine Tierhalterin bei der Staatsanwaltschaft Leipzig, Zweigstelle Grimma. Es wurden mehrere Verstöße gegen Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes angezeigt; unter anderem ging es dabei um Pferde, Hunde, Vögel und Affen.
Nach der Strafanzeige fand eine Durchsuchung des Anwesens der Halterin statt. Im Januar 2022 wurde die Frau vom Amtsgericht Grimma wegen tierquälerischer Misshandlung von mindestens 14 Tieren zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro verurteilt. Das Verfahren gegen ihren Ehemann wurde gegen Zahlung einer Geldbuße an das Tierheim Schkortitz in Höhe von 750 Euro eingestellt (Az.: 156 Js 21566/19).

Zu Geldbuße verurteilt: Halter ließ Hund bei hohen Temperaturen im Auto zurück

Im August 2020 erstattete PETA Strafanzeige gegen einen Hundehalter, der seinen Hund in Amberg bei hohen Temperaturen im Auto zurückgelassen hat. Die durch eine aufmerksame Passantin alarmierte Polizei befreite den Hund, der damit gerettet werden konnte. Der Halter wurde zwar nach Beantragung eines Strafbefehls durch die Staatsanwaltschaft Amberg nicht strafrechtlich, jedoch „wegen einer vorsätzlichen Ordnungswidrigkeit“ vom Amtsgericht Amberg zu einer Geldbuße von 250 Euro verurteilt. Das Gericht stellte fest, „dass der Angeklagte ohne vernünftigen Grund einem Wirbeltier, dass er zu betreuen hatte, erhebliche Leiden zufügte.“ Laut dem Gerichtsurteil wurde ihm „eine gewisse Uneinsichtigkeit“ verschärfend ausgelegt. Das Urteil wurde im Dezember 2021 rechtskräftig (Az.: 7 Cs 140 Js 11052/20 Amtsgericht Amberg).

Eigentümer entfernt gefährlichen Stacheldrahtzaun aus Waldgebiet

Ein Whistleblower sendete im Oktober Fotos von alten Stacheldrahtzäunen im schleswig-holsteinischen St. Peter-Ording, die sich in der Nähe eines Waldeingangs im Gebüsch befanden. PETA informierte daraufhin die Naturschutzbehörde Nordfriesland über den Missstand: Immer wieder verenden Tiere qualvoll in Stacheldrahtzäunen. Nach Meldung an den Grundstückseigentümer entfernte dieser den Stacheldraht umgehend.

Kontrolle und Anordnungen in Betrieb in Ibbenbüren nach Whistleblower-Meldung

November – Am 20. November 2021 erreichte PETA eine Whistleblower-Meldung zu einer kranken Kuh in einem Betrieb in Ibbenbüren. Die Bilder und das Video zeigen eine Kuh mit einer Art Schwellung am Hinterteil, die sich dadurch offenbar schlecht bewegen konnte. Eine tierärztliche Untersuchung fand augenscheinlich nicht statt. Im weiteren Kontakt mit dem Whistleblower gab dieser vier Tage später an, dass die Kuh nicht mehr essen wollte und nur noch auf der Seite lag.

Wir haben den Fall an das zuständige Veterinäramt des Kreises Steinfurt weitergeleitet und um eine umfassende Kontrolle des Betriebs gebeten. Die Behörde reagierte schnell: Bereits am nächsten Morgen wurde eine Untersuchung durchgeführt und unverzügliche Maßnahmen angeordnet. Der Whistleblower gab uns ebenfalls die Rückmeldung, dass die schwangere Kuh von den anderen Tieren separiert und tierärztlich versorgt wurde. Außerdem hat der Betriebsleiter durch die Kontrolle die Auflage bekommen, dass die Stallbeleuchtung mindestens acht Stunden täglich eingeschaltet sein sollte. Leider musste die Kuh am Ende eingeschläfert werden, nachdem das Tier etwa zwei Wochen auf tierärztliche Hilfe warten musste. Durch die Meldung des Whistleblowers und der damit einhergegangenen Veterinäramtsmeldung konnte das Tier wenigstens von seinem durch den Menschen verursachten Leid erlöst werden.

Hund bei großer Hitze im Auto gelassen: Hundehalter muss Bußgeld zahlen

Im August 2020 erstattete PETA Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen einen Hundehalter. Dieser hatte den Hund bei brütender Hitze mit Außentemperaturen von 33 °C in seinem Auto auf einem Parkplatz eines Supermarktes in Bad Oeynhausen gelassen. Allein das beherzte Einschreiten eines Passanten, der nach erfolgloser Suche nach dem Fahrzeughalter die Scheibe einschlug, konnte den Hund retten. Der Marktleiter bekundete, dass der Hund dort mindestens 25 Minuten im Auto saß. Im September 2021 teilte die Staatsanwaltschaft Bielefeld mit, dass gegen den Hundehalter ein Bußgeldbescheid der zuständigen Ordnungsbehörde in Höhe von 350 Euro rechtskräftig geworden sei und das Bußgeld auch bereits gezahlt wurde (Staatsanwaltschaft Bielefeld, Az.: 756 Js 561/21).

Regio Schlachthof in Mannheim muss schließen

Schon im Jahr 2016 erstattete PETA Deutschland gegen die FVZ Mannheim GmbH Strafanzeige wegen der CO2-Betäubung der dort geschlachteten Schweine. Das Verfahren wurde nach umfangreichen Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Mannheim eingestellt mit der Begründung, dass es sich um eine auch europarechtlich zulässige Betäubungsmethode handelt. Die FVZ firmierte dann um in Regio Schlachthof Mannheim. Im Mai 2021 erstattete PETA erneut Strafanzeige gegen Verantwortliche des Regio Schlachthofes und eines Tiertransporteurs, der Schweine zum Schlachthof brachte. Diese Strafanzeige und das dazugehörige Video brachte den Schlachthof in erhebliche Schwierigkeiten – zudem meldeten die Verantwortlichen auch aus wirtschaftlichen Gründen Insolvenz an. Auch die Stadt Mannheim entzog ihre Unterstützung, so dass der Schlachthof geschlossen werden musste.

Angekettet auf einer Terrasse gehalten: Vernachlässigter Hund gerettet

Ein Whistleblower übersandte uns Fotos und Berichte, wonach ein Hund im niedersächsischen Holenberg trotz Meldung beim Veterinäramt über Wochen an einer Kette auf einer Terrasse gehalten wurde. Wir wandten uns mehrfach an die Behörde. Kurz bevor ein entscheidender Termin stattfand, fuhr die Halterin mit dem Hund davon. Wenig später wurde er freilaufend in der Nähe des Tierheims gesichtet. Durch engagierte Tierfreund:innen konnte er schließlich ins Tierheim gebracht werden, um ihm zu einem neuen Leben bei tierlieben Menschen zu verhelfen.

WEITERE ERFOLGE

FAQ

  • Warum gibt es Tierquälerei?

    Menschen quälen Tiere in der Regel aus mehreren Gründen: Oft stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, etwa in der Agrar- oder Bekleidungsindustrie. Einige Menschen haben nie gelernt, Empathie für Tiere zu empfinden, oder es handelt sich gar um ein krankhaftes Verhalten. So kann Tierquälerei ein erstes Zeichen für eine gefährliche psychische Störung sein, die menschliche Opfer einschließen kann. Denn Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei – so haben Serienmörder wie Ted Bundy oder Frank Gust Tiere misshandelt und getötet, bevor sie begannen, Menschen zu töten.

    Menschen, die Tiere nicht als fühlende Lebewesen wahrnehmen, missbrauchen die Tiere häufig als eine Art Ventil, um Frust oder Aggressionen abzulassen. Auch Alkohol oder andere Drogen sowie sexuelle Motive können Gewalttaten auslösen.

  • Für welche Tiere gilt das Tierschutzgesetz?

    Das Tierschutzgesetz gilt zunächst für alle Tiere. Dennoch werden sie innerhalb des Gesetzes in verschiedene Kategorien eingeteilt, je nachdem, wofür sie vom Menschen „benutzt“ werden. So gibt es unterschiedliche Vorgaben für die Haltung und den Umgang mit Heimtieren, sogenannten Nutztieren und Wildtieren. Diese unterschiedlichen Vorgaben folgen aus speziellen Verordnungen, die an das Tierschutzgesetz gekoppelt sind.

    Geschützt sind die Tiere durch das deutsche Tierschutzgesetz, und insbesondere aufgrund von Vollzugsdefiziten, jedoch kaum. So leiden zahllose Tiere in der Landwirtschaft oder werden in Laboren für Versuche missbraucht.

  • Ist Zwingerhaltung bei Hunden Tierquälerei?

    Die Mindestanforderungen für die Hundehaltung sind in der Tierschutz-Hundeverordnung geregelt. Obwohl diese Haltung nicht tiergerecht ist, ist die Zwingerhaltung von Hunden unter bestimmten Bedingungen leider erlaubt. Beispielsweise müssen sie „ausreichend Auslauf im Freien“ und Umgang mit der Betreuungsperson erhalten.

  • Kann man Tierquälerei anonym melden?

    Ja, wer möchte, kann Tierquälerei anonym melden. Häufig sind Augenzeug:innen jedoch für die Aufklärung und Ahndung des Falls wichtig. Wenn keine Bild- oder Videoaufnahmen der Tat vorliegen und niemand als Zeug:in auftreten möchte, kann dem betroffenen Tier oftmals nicht geholfen werden. Zögern Sie also bitte nicht, einem Tier als Zeug:in Ihre Stimme zu geben – Tiere sind darauf angewiesen, dass wir uns für sie einsetzen und alles in unserer Macht Stehende tun, um sie vor Misshandlungen zu schützen.

  • Warum muss das Veterinäramt eingeschaltet werden? Kann PETA nicht vor Ort aktiv werden?

    Nur Behörden dürfen auf Privatgeländen kontrollieren, Anordnungen treffen und Tiere beschlagnahmen. Wir von PETA Deutschland betreten nicht unbefugt fremde Grundstücke und nehmen auch keine Tiere mit, sondern setzen uns auf legalem Wege für die Tiere ein – beispielsweise über die Behörden.

  • Wann schreitet das Veterinäramt ein?

    Ob und wie ein Veterinäramt aktiv wird, ist leider sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise der Personalkapazität oder der grundsätzlichen Einstellung der Leitung und Mitarbeiter:innen. So handeln einige Ämter unverzüglich und zögern nicht, Tiere aus schlechter Haltung zu befreien, während andere die Vorschriften des Tierschutzgesetzes nur unzureichend umsetzen.

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