Tierquälerei.de

Geben Sie Tieren Ihre Stimme – melden Sie Tierquälerei!

Hintergrundinfos

Wann brauchen Tiere unsere Hilfe?

Wo beginnt Tierquälerei?

Tierquälerei ist in Deutschland per Gesetz verboten und betrifft das Quälen, Misshandeln und „unnötige“ Töten von Tieren. Darunter fällt auch die tierschutzwidrige Haltung. So werden Tiere in landwirtschaftlichen Betrieben, Zoos und Zirkussen ebenso häufig Opfer von Tierquälerei wie sogenannte Haustiere oder Wildtiere. Wichtige Merkmale der Tierquälerei sind die Rohheit und die Dauer der Tat.

Das sagt das Tierschutzgesetz

§ 17 Abs. 1 TierSchG

Es ist verboten, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten.

getötete Schweine im Schlachthaus
§ 17 Abs. 2a TierSchG

Es ist verboten, einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen.

Schweine mit Wunden und Verletzungen im Stall
§ 17 Abs. 2b TierSchG

Es ist verboten, einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen.

Kuh mit Verletzung am Euter
§ 2 Abs. 1 TierSchG

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen.

abgemagerte Ziegen im Stall
§ 2 Abs. 2 TierSchG

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.

Viele Hühner mit wenig Federn und Verletzungen in einem Stall
§ 2 Abs. 3 TierSchG

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Kuehe im verdreckten Stall

Welche Strafen gibt es für Tierquälerei?

icon gitter mit schloss
Freiheitsstrafe
(bis zu drei Jahre)
icon geld
Geldstrafe
icon tierhalteverbot
Tierhalteverbot

In Deutschland wird Tierquälerei nach § 17 des Tierschutzgesetzes mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Außerdem können Gerichte ein lebenslängliches Tierhalteverbot aussprechen. Verurteilten Tierquäler:innen kann dadurch lebenslang verboten werden, Tiere zu halten, zu betreuen oder beruflich mit ihnen umzugehen. Leichtere und fahrlässige Tiermisshandlungen können mit Bußgeldern bestraft werden. Die betroffenen Tiere können vom Veterinäramt beschlagnahmt und in einem Tierheim untergebracht werden, wo ein neues Zuhause für sie gesucht wird.

Aktiv werden

Das können Sie gegen Tierquälerei tun:

icon fernglas
Tierquälerei erkennen
icon briefumschlag
Tierquälerei melden
icon licht
Nach der Meldung

Tierquälerei erkennen

Ob ein Tier Opfer von Tierquälerei wurde, erkennen Sie an seiner körperlichen Verfassung, seinem Verhalten und seiner Unterbringung. Anzeichen für Tiermisshandlungen können Verletzungen, Abmagerung und mangelnde Fellpflege sein, aber auch verängstigtes oder aggressives Verhalten oder Verwirrung. Auch wenn es keine oder nur wenig Nahrung, Wasser oder keine geeignete Unterkunft gibt, brauchen Tiere unsere Hilfe.

Tierquälerei melden

Wenn es möglich ist, suchen Sie das Gespräch mit der betreffenden Person. Sollte dies nicht sinnvoll sein, melden Sie die Tierquälerei (auch anonym) bei dem zuständigen Veterinäramt, der Polizei, einem Tierheim, dem örtlichen Tierschutzverein oder PETA Deutschland. Wenn sich das Tier in Lebensgefahr befindet oder Sie selbst Zeug:in einer akuten Tiermisshandlung werden, rufen Sie bitte sofort die Polizei und erstatten Sie Anzeige gegen die verantwortliche Person. Halten Sie die Tierquälerei auf Foto oder Video fest und notieren Sie sich Ort, Datum und Zeit des Vorfalls. Lassen Sie bei der Meldung keine wichtigen Fakten weg – erfinden Sie aber auch nichts dazu.

Nach der Meldung

Die Zusammenarbeit mit Behörden kann manchmal leider zäh und wenig ermutigend sein. Außerdem können die Veterinärämter Ihnen auch nicht immer Auskünfte über das aktuelle Vorgehen geben. Damit der Fall jedoch nicht in Vergessenheit gerät und den betroffenen Tieren geholfen wird, können Sie nach der Meldung des Missstandes wie folgt vorgehen:

Aktuelle Fälle

Diese Fälle wurden bereits aufgedeckt

Erfolge

Diese Tiere wurden durch Ihre Hilfe gerettet

Durch die Meldung zahlreicher Bürger:innen und Insider:innen der Tiernutzungsindustrie konnten wir von PETA Deutschland bereits die Lebensqualität vieler Tiere verbessern und den Tod tausender Tiere verhindern. Nur mit Ihrer Hilfe können wir die Missstände veröffentlichen und Tierquälerei konsequent vor Gericht bringen. Diesen Tieren konnten wir so bereits helfen:

Erfolge

Kuh mit Traktor gequält: Ermittlungsverfahren gegen Helfer in Landwirtschaftsbetrieb eingeleitet

November – Nach Zuspielung eines Whistleblower-Videos erstattete PETA im Oktober 2020 Strafanzeige gegen den Landwirt Wilfried L. und einen Helfer wegen Tierquälerei. Sie quälten eine wohl laufunfähige Kuh auf einem Transport mit einem Traktor-Frontlader – eine Person trat die Kuh mehrfach heftig. Das Veterinäramt des Kreises Heinsberg bestätigte die Rohheit im Umgang mit der Kuh und dass es sich um einen erheblichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handeln würde. Zusätzlich überprüfte das Amt den Betrieb, der als Herdbuchbetrieb eine besondere Vorbildfunktion haben müsste. Dabei wurden weitere, teils gravierende Missstände festgestellt und der Staatsanwaltschaft mitgeteilt: Unter anderem erhielten Kälber über acht Tage kein Heu oder Stroh als Nahrung, einem Kalb im Alter von 14 Tagen stand kein Wasser zur Verfügung. 16 Kälber hatten keine ausreichende Beleuchtung und ein Tier litt unter Lahmheit. Landwirt L. konnte als unmittelbarer Täter auf dem Video ausgeschlossen werden, gegen einen polnischen Helfer wird ein neues Ermittlungsverfahren eingeleitet (Az.: 605 Js 1754/20 / 605 UJs 39/21 Staatsanwaltschaft Aachen).

Eigentümer entfernt gefährlichen Stacheldrahtzaun aus Waldgebiet

November – Ein Whistleblower sendete im Oktober Fotos von alten Stacheldrahtzäunen im schleswig-holsteinischen St. Peter-Ording, die sich in der Nähe eines Waldeingangs im Gebüsch befanden. PETA informierte daraufhin die Naturschutzbehörde Nordfriesland über den Missstand: Immer wieder verenden Tiere qualvoll in Stacheldrahtzäunen. Nach Meldung an den Grundstückseigentümer entfernte dieser den Stacheldraht umgehend.

Kontrolle und Anordnungen in Betrieb in Ibbenbüren nach Whistleblower-Meldung

Am 20. November 2021 erreichte PETA eine Whistleblower-Meldung zu einer kranken Kuh in einem Betrieb in Ibbenbüren. Die Bilder und das Video zeigen eine Kuh mit einer Art Schwellung am Hinterteil, die sich dadurch offenbar schlecht bewegen konnte. Eine tierärztliche Untersuchung fand augenscheinlich nicht statt. Im weiteren Kontakt mit dem Whistleblower gab dieser vier Tage später an, dass die Kuh nicht mehr essen wollte und nur noch auf der Seite lag.

Wir haben den Fall an das zuständige Veterinäramt des Kreises Steinfurt weitergeleitet und um eine umfassende Kontrolle des Betriebs gebeten. Die Behörde reagierte schnell: Bereits am nächsten Morgen wurde eine Untersuchung durchgeführt und unverzügliche Maßnahmen angeordnet. Der Whistleblower gab uns ebenfalls die Rückmeldung, dass die schwangere Kuh von den anderen Tieren separiert und tierärztlich versorgt wurde. Außerdem hat der Betriebsleiter durch die Kontrolle die Auflage bekommen, dass die Stallbeleuchtung mindestens acht Stunden täglich eingeschaltet sein sollte. Leider musste die Kuh am Ende eingeschläfert werden, nachdem das Tier etwa zwei Wochen auf tierärztliche Hilfe warten musste. Durch die Meldung des Whistleblowers und der damit einhergegangenen Veterinäramtsmeldung konnte das Tier wenigstens von seinem durch den Menschen verursachten Leid erlöst werden.

PETA-Strafanzeige führt zu hoher Geldbuße: Jäger, der Hunde auf Katze gehetzt hat, gesteht Tat

Im August 2018 erstattete PETA Strafanzeige gegen einen Jäger und Hundemeuteführer bei Jagden im In- und Ausland, der seine Hunde auf eine lebende Katze hetzte, die sich fauchend wehrte, aber keine Chance hatte. Sie wurde getötet und zerrissen. Der Jäger stachelte seine Hunde mit lauter, hetzender Stimme dazu an. Das Video dazu, welches im Netz schnell wieder gelöscht wurde, ließ eine Whistleblowerin PETA zukommen. Nach umfangreichen Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach im Mai 2020 Anklage gegen Patrick N. zum Amtsgericht Simmern. In drei Verhandlungsterminen mit acht Zeug:innen, einem Sachverständigen, der auch Jäger ist, und zwei Verteidigern gelang es, eine geständige Einlassung des Angeklagten zu bekommen. Er gab über einen seiner Rechtsanwälte, ebenfalls Jäger, zu, die Hunde geführt zu haben, dass der Tatort im Gerichtsbezirk Simmern liegen würde und die Tatzeit Herbst 2017 war. Daraufhin wurde das Verfahren gegen Auflagen eingestellt: Er muss 5.000 Euro an die Tierhilfe Hunsrück zahlen, verzichtet für fünf Jahre verbindlich auf die (Neu-)Beantragung eines Jagdscheines, ihm wird über fünf Jahre der Umgang mit jeglichen Tieren untersagt, zwei private Hunde dürfen nicht zu gewerblichen oder jagdlichen Zwecken genutzt werden (seine Hundemeute mit 26 Tieren hatte er bereits abgegeben) und er muss seine eigenen Prozesskosten zahlen. Dennoch betonte sein Anwalt, er sei nach wie vor davon überzeugt, im Rahmen der Gesetzlichkeiten gehandelt zu haben (Az.: 41 Ds 1022 Js 12454/18 Amtsgericht Simmern/Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach).

Angekettet auf einer Terrasse gehalten: Vernachlässigter Hund gerettet

Ein Whistleblower übersandte uns Fotos und Berichte, wonach ein Hund im niedersächsischen Holenberg trotz Meldung beim Veterinäramt über Wochen an einer Kette auf einer Terrasse gehalten wurde. Wir wandten uns mehrfach an die Behörde. Kurz bevor ein entscheidender Termin stattfand, fuhr die Halterin mit dem Hund davon. Wenig später wurde er freilaufend in der Nähe des Tierheims gesichtet. Durch engagierte Tierfreund:innen konnte er schließlich ins Tierheim gebracht werden, um ihm zu einem neuen Leben bei tierlieben Menschen zu verhelfen.

FAQ

  • Warum gibt es Tierquälerei?

    Menschen quälen Tiere in der Regel aus mehreren Gründen: Oft stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, etwa in der Agrar- oder Bekleidungsindustrie. Einige Menschen haben nie gelernt, Empathie für Tiere zu empfinden, oder es handelt sich gar um ein krankhaftes Verhalten. So kann Tierquälerei ein erstes Zeichen für eine gefährliche psychische Störung sein, die menschliche Opfer einschließen kann. Denn Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei – so haben Serienmörder wie Ted Bundy oder Frank Gust Tiere misshandelt und getötet, bevor sie begannen, Menschen zu töten.

    Menschen, die Tiere nicht als fühlende Lebewesen wahrnehmen, missbrauchen die Tiere häufig als eine Art Ventil, um Frust oder Aggressionen abzulassen. Auch Alkohol oder andere Drogen sowie sexuelle Motive können Gewalttaten auslösen.

  • Für welche Tiere gilt das Tierschutzgesetz?

    Das Tierschutzgesetz gilt zunächst für alle Tiere. Dennoch werden sie innerhalb des Gesetzes in verschiedene Kategorien eingeteilt, je nachdem, wofür sie vom Menschen „benutzt“ werden. So gibt es unterschiedliche Vorgaben für die Haltung und den Umgang mit Heimtieren, sogenannten Nutztieren und Wildtieren. Diese unterschiedlichen Vorgaben folgen aus speziellen Verordnungen, die an das Tierschutzgesetz gekoppelt sind.

    Geschützt sind die Tiere durch das deutsche Tierschutzgesetz, und insbesondere aufgrund von Vollzugsdefiziten, jedoch kaum. So leiden zahllose Tiere in der Landwirtschaft oder werden in Laboren für Versuche missbraucht.

  • Ist Zwingerhaltung bei Hunden Tierquälerei?

    Die Mindestanforderungen für die Hundehaltung sind in der Tierschutz-Hundeverordnung geregelt. Obwohl diese Haltung nicht tiergerecht ist, ist die Zwingerhaltung von Hunden unter bestimmten Bedingungen leider erlaubt. Beispielsweise müssen sie „ausreichend Auslauf im Freien“ und Umgang mit der Betreuungsperson erhalten.

  • Kann man Tierquälerei anonym melden?

    Ja, wer möchte, kann Tierquälerei anonym melden. Häufig sind Augenzeug:innen jedoch für die Aufklärung und Ahndung des Falls wichtig. Wenn keine Bild- oder Videoaufnahmen der Tat vorliegen und niemand als Zeug:in auftreten möchte, kann dem betroffenen Tier oftmals nicht geholfen werden. Zögern Sie also bitte nicht, einem Tier als Zeug:in Ihre Stimme zu geben – Tiere sind darauf angewiesen, dass wir uns für sie einsetzen und alles in unserer Macht Stehende tun, um sie vor Misshandlungen zu schützen.

  • Warum muss das Veterinäramt eingeschaltet werden? Kann PETA nicht vor Ort aktiv werden?

    Nur Behörden dürfen auf Privatgeländen kontrollieren, Anordnungen treffen und Tiere beschlagnahmen. Wir von PETA Deutschland betreten nicht unbefugt fremde Grundstücke und nehmen auch keine Tiere mit, sondern setzen uns auf legalem Wege für die Tiere ein – beispielsweise über die Behörden.

  • Wann schreitet das Veterinäramt ein?

    Ob und wie ein Veterinäramt aktiv wird, ist leider sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise der Personalkapazität oder der grundsätzlichen Einstellung der Leitung und Mitarbeiter:innen. So handeln einige Ämter unverzüglich und zögern nicht, Tiere aus schlechter Haltung zu befreien, während andere die Vorschriften des Tierschutzgesetzes nur unzureichend umsetzen.

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